ENCORE ET TOUJOURS LA SUISSE!

A l’occasion de la célébration du 1er août 2010

Curatrice: Ruth Schweikert

A l’occasion du 1er août prochain, les artistes ont décidé de donner de la voix – leur voix, diverse et multiple – sur la Suisse d’aujourd’hui. Les artistes sont en effet préoccupés par la situation de la Suisse sur le plan national et international, par le fossé entre la perception que le pays a de lui-même et sa véritable situation dans le monde.


-> Revue de presse à propos de cette action
 


Beatrice Michel


Kleines wildes Mädchen, ich erinnere mich, du schlugst die Fäuste auf den Tisch, kreischend: Brott! Dein Herz war beschädigt, zwei Jahre gaben dir die Ärzte noch. Die Behörden schickten den Ausschaffungsbefehl. Wir versteckten euch. Einwände, Rekurse. Kein Entgegenkommen. Hoffnungslosigkeit. Deine blitzenden Augen, die Händchen: Brott! Wir traten für dich und deine Familie in den Hungerstreik. Ein weisshaariger Mann kam, sagte, ich bin zu alt, kann nicht mithungern, ich setze mich einfach zu euch. Journalisten stürzten herbei, Kameras klickten und surrten: Max Frisch sass da. Und bald andere mit klingenden Namen. Der Klang musste schnell zum Verklingen gebracht werden, du und deine Familie durften bleiben. Mehr als zwanzig Jahre sind seither vergangen, ein Märchen? Du lebst, das Herz geflickt, deine Arbeit nach erfolgreichen Lehrjahren gefällt dir. Und diese scheusslichen Plakate? Du schüttelst deinen Haarschopf, lachst, och bin doch ein schwarzes Schäfchen! Und einiges schweizerischer als du, nicht? Darüber sind wir uns einig.






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